Meine 1. Ente

Vor 38 Jahren habe ich mir meinen ersten Wagen mit einem Kredit von meinen Eltern -damals neu für 7.500 DM  gekauft-

Modell 2CV6 Club

Quietschgelb und Meins!!!

Das war zu der Zeit (1980) das Studentenauto, für Leute die eigentlich keine Kohle hatten und Studieren wollten. Der ersten Dämpfer meiner Neulust kam nach 6 Monaten, wo sich der erste Rost an der vorderen Lüftungsklappe zeigte, die dann vom Citroen Händler komplett ausgetauscht wurde.  Dann waren nach 27.000 KM die ersten Bremsbeläge der vorderen Bremstrommeln fällig. Nachdem ich die Rechnung von über 500,-DM darüber bekam wusste ich, das es das letzte Mal war, das ich in einer Werkstatt mit diesem Auto war.

Das erste “Jetzt helfe ich mir selbst” Buch wurde angeschafft und die nächsten Wartungsarbeiten und Reparaturen machte ich selbst.

Meine damalige Freundin demonstrierte mir bei Ihrer ersten Fahrt mit der Ente wie einfach man doch den vorderen Kotflügel kalt verformen konnte und danach wollte sie nur noch Beifahrerin sein  😀 von Ihr kommt auch der Name “Entobert“.

In Sachen Rostvorsorge hatte ich nie viel gemacht und so wurde nach 4 Jahren eifrigem fahren das erste Mal der TÜV auf das kleine Auto aufmerksam und meinte ich muss nochmal zur Nachprüfung, wenn ich die Rostlöcher im Bodenbereich und im Rahmen geschweißt hätte  😮 ..

Als gelernter Heizungs -und Lüftungsbauer, war das natürlich kein Problem für mich..dachte ich.. aber dünne Bleche autogen schweißen ist echt sehr schwierig und daher endeten meine Versuche bei einem Bekannten, der ein Schutzgas Schweißgerät hatte und damit gut umgehen konnte.

Das Aus -und Einbauen des Motors wurde nur so zum Spaß mindestens einmal im Monat geübt und immer hatte ich irgendein Teil übrig, was aber scheinbar gar nicht nötig war, denn ohne funktionierte der Motor schließlich immer noch.

Mittlerweile war meine Ente Pink (1) -Weiß (2) lackiert (natürlich selber gemacht -mit der Rolle-) und ich habe ihr GFK Kotflügel hinten mit Radausschnitt spendiert. Das gelbe Dach pinselte ich mit weißer Gummifarbe, aber leider klebte diese Gummifarbe im Sommer auf dem Rolldach und beim Schließen des Verdecks lösten sich die Gummifarbe langsam aber sicher ab..

Das Auto hat immer Funktioniert und mich nie im Stich gelassen, wobei man die üblichen Pannen hatte:

  • Platte Reifen (die Reifenflanken sind sehr empfindlich, vor allem wenn man damit einen Bordstein zu schnell hochfährt)
  • Zündkerze rausgeflogen- weil ich das Alugewinde für die Zündkerze im Kopf vermurkst habe. Erstaunlicherweise fährt die Ente auch noch mit einem Zylinder! Allerdings nur max. 45 Km/h.
  • Defekte Windschutzscheiben (die erste ging in Frankreich kaputt und die Brösel der Securit Scheibe fand ich noch Jahre später im Auto).
  • Leere Batterie, aber die Ente kann man selber anschieben und starten. Angeblich konnte man das auch mit der Kurbel vorne am Motor, aber das hatte ich mal versucht und das Ergebnis war eine krumme Kurbel und Muskelkater.

Nach  7 Jahren und rund 135.000 KM war der Rost so fortgeschritten, das ernstzunehmende Schweißarbeiten nötig wurden und ich nach einem neuen Auto suchte.

Es sollte ein Fiat (US) Spider sein, der zwar schön war, aber kein bisschen besser vor Rost geschützt war wie die Ente..


Farben:

(1) Porsche Magenta 009 U1
(2) Porsche Grand Prix White 908 U1